Bilanzen einer Reise

  • Etwa 2400 km in 48 Stunden Stockholm – Bielefeld – Stockholm
  • Reiseroute hin: Nachtzug bis Lund, Regionalzug bis Kopenhagen, Bus nach Hamburg, U-Bahn, Treffen und Autofahrt über Hannover bis nach Bielefeld
  • Auf diesem Wege etwa 50kg CO2 emitiert, etwa 1/5 der Menge, die ein Flug verursacht hätte (laut ecopassenger)
  • Vorfreude auf lange nicht getroffene Familienmitglieder
  • Zeit zum Lesen, Schreiben, Kennenlernen und Nachdenken – wie wollen und können wir heute mit unseren Lieben in Verbindung bleiben?
  • Frühlingsflash – Bäume im vollen, mildgrünen Laub und Fliederduft
  • Gute 3 Stunden Zeit auf der Sparrenburg – 5 Minuten für die Aussicht bei klarem Himmel und gefühlten 15 Grad
  • Geburtstagsgrüße persönlich übermitteln können
  • Gruppenfoto
  • Das erste Spargelessen des Jahres
  • Einen ‚Basar‘ aufmachen
  • Reiseroute zurück: Auto bis Hamburg, eben noch schlafen legen (< 4 Stunden), Bus nach Kopenhagen, Zug nach Stockholm
  • Vorfreude auf Familie am Sonntag und Frühlingsanfang
  • Alles zusammen: Unbezahlbares Erlebnis mit fröhlichen Erinnerungen – wer will, findet Wege.
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Neulich unterwegs in Deutschland …

Da habe ich also einen Umstieg am Hamburger Busbahnhof und bin beeindruckt über die Größe und Ordnung, die hier herrscht. Auf deutschen Bahnhöfen ist mir dieses Bild der Reihe schräg haltenden Busse noch neu, welches in Osteuropa seit Jahrzehnten Standard ist. Ich gehe also die Reihe der Schilder mit Ortsziele entlang, um meinen Bus nach Kopenhagen zu suchen und finde folgendes:

Echt jetzt …? Und das Autokennzeichen dieses Zielortes lautet wohl ‚WFB‘ …

(Irgendjemand sollte btw auch den Kopenhagenern mal erklären, wie man einen Busbahnhof baut ….)

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Aus einer Dienstreise einen Kurzurlaub machen

Es bereit mir ja schon etwas Kopfschmerzen, wenn ich als Nachhaltigkeitsforscher zwischendurch mal fliegen muss. Wenn also die Zeit zu knapp für tagelange Bahnreisen ist, dann möchte ich wenigstens den Ort so respektvoll wie möglich und vielseitig besuchen. Mein Ziel ist ein Projekttreffen in Malaga, etwas mehr als 4 Stunden Flugzeit von Stockholm entfernt. Wahrscheinlich wegen der zahlreichen schwedischen Pensionäre, die dort häufiger Urlaub machen, gibt es etwa 2 mal täglich eine Direktverbindung. Typischerweise fangen unsere Treffen zum Mittagessen an, damit alle eine Gelegenheit haben am gleichen Tag anzureisen, aber ich wählte einen Tag vorher anzureisen. Damit war die Zeit für Unternehmungen auf den ersten Abend und etwa 3 Stunden eines Vormittages begrenzt.

Die Jahreszeit und das Wetter scheinen perfekt: Nachdem etwas kümmerlich und verspätet in Stockholm gerade mal Krokusse blühen, sprang mich in Malaga direkt das blühende Leben im subtropischen Frühling an. Ich habe ein Zimmer über AirBnB in einem etwas außerhalb liegenden, ehemaligen Fischerstädtchen gemietet, Pedregalejo. Der Komunalverkehr ist gut ausgebaut, eine Regional-Bahn verbindet den Flughafen direkt mit der Innenstadt und von der Innenstadt konnte ich direkt einen Bus nehmen. Bargeld dabei zu haben ist hier zum Vorteil.

Über die kurze Zeit erlebte ich einige schöne Dinge, die neben dem Dienst etwas Urlaubsstimmung aufkommen ließen:

  • Abendessen im Strandrestaurant mit Blick aufs Wasser
  • Oliven-, Zitronen- und Feigenbaum im Garten
  • Morgens am Strand laufen gehen
  • Das erste Mal im Jahr Sandalen anziehen
  • Viele Fotos machen
  • Zur Touristeninfo gehen, kostenfreie Karte und Ansichtskarten besorgen
  • sich über andere Touristen wundern, insbesondere deutschsprachige am Nachbartisch im Restaurant
  • Durch die Altstadt schlendern, ohne Ziel treiben lassen
  • Markthalle besuchen, über Obst und Gemüsevarietäten staunen, frische Erdbeeren und Tomaten sofort essen
  • Shoppen gehen, in Sommerklamotten wechseln
  • abends schön essen gehen (das geht auch vegetarisch!)
  • sich bei Bestellungen unbeholfen fühlen, weil nur wenige Spanier Englisch sprechen
  • Mitbringsel einkaufen
  • Im Supermarkt stöbern, weitere Mitbringsel aussuchen
  • die letzte Chance am Markt nutzen, um Oliven zum Mitnehmen einzukaufen (und Erdbeeren, Tomaten, Mandarinen …)
  • 2 Ansichtskarten am letzten Abend schreiben und am Flughafen in den Postkasten werfen

Und, habt ihr im Suchbild erkannt was sich da versteckt? Ich habe ja kurz dabei an Köln denken müssen, die grünen Papageien dort haben eine ähnliche Größe. Ansonsten kenne ich wohl keinen Ort an dem grüne Papageien und Möwen aufeinandertreffen.

In der Liste der muss-man-als-Tourist-gemacht-haben-Dinge fehlten noch Einiges, was für Malaga typisch wäre, aber in der kurzen Zeit und ohne wesentliche Spanischkenntnisse  nicht leicht erreichbar war. Ich habe z.B. keine der am Strand frisch gegrillten Fische probiert oder die gerösteten Mandeln in der Stadt. Dann gäbe es noch eine große Festung zu besichtigen, eine Stierkampfarena und irgendwo müssen wohl auch die bunten Flamencokleider getragen werden, die es so variantenreich in der Innenstadt zu kaufen gibt. Die Stadt ist auf jeden Fall einen weiteren Besuch wert, dann aber mit Familie und vielleicht zur Erntezeit von Oliven oder Avocados.

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Umeå im Winter

Ein Arbeitstermin von Marcel veranlasste uns gemeinsam ein verlängertes Wochenende in Umeå zu verbringen. Das letzte Mal ist tatsächlich fast vier Jahre her, damals noch mit Lucy zu einem vorfrühlingshaften Ostern. Als Unterkunft wählten wir die gleiche Jugendherberge wie damals – schön auch mal bei etwas Bekanntem anknüpfen zu könnnen.
Wir verbinden mal wieder das Gute mit dem Nützlichen und besuchen zusätzlich noch eine Kollegin von Marcel, die letztes Jahr im Sommer auch einen Sohn bekommen hat und der wir noch ein paar Sachen von Linus mitbringen. Sie hatte auch schon gute Tipps für uns, wo man mit einem Baby gut hingehen kann, also eine offene Vorschule und ein paar nette Cafés, in denen es für die Kinder Spielecken gibt. Solange Marcel arbeitete, erobern Linus und ich die Spielecken. Draußen ist gerade noch nicht das richtige Wetter für Aktivitäten für uns – meterhohe Schneehaufen an den Straßenrändern zeigen, dass es im Norden noch ganz anders und viel mehr schneit.
Wie das die Bewohner ausnutzen, konnten wir gerade an diesem Wochenende sehen: Mitten durch die Innenstadt und am Fluss entlang fand ein Skirennen statt. Aber auch an anderen Stellen beobachteten wir eine gewisse Verspieltheit: ein Kinderspielplatz war zur städtischen Rodelbahn umfunktioniert worden und vor dem Rathaus gab es ein Schnee-Labyrinth und Eissitzbänke.

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Eisfahrt

Auf dem Weg zum Einkaufen bot es sich heute an, das Boot zum Parkplatz nehmen: Zum einen kommt man sich dann auf dem Rückweg nicht so sehr wie ein Packesel vor, zum anderen war das Wetter sonnig und wir hatten das Boot lange nicht bewegt. Das Eis, welches die Insel bis vor ein paar Tagen noch komplett eingeschlossen hatte, war auch inzwischen geschmolzen – dachten wir jedenfalls. An einigen Stellen hieß es daher Augen (bzw. Ohren) zu und durch!


Das Boot hat die Aktion jedenfalls unbeschadet überstanden und würden unsere Nachbarn nicht auch die ganze Zeit lautstark Eisbrecher spielen, hätten wir wohl doch den Fußweg gewählt.

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Pilze

Dieser Beitrag steht schon seit einer Weile aus, denn bereits im September sind die hier zu sehenden Bilder entstanden (unbedingt draufklicken, um zur Galleriansicht zu kommen). Wir haben noch nie so eine Pilzvielfalt erlebt! Bis auf das letzte sind alle Fotos in unserem Garten entstanden und stellen dabei nur eine Auswahl dar, denn insgesamt waren es mindestens 20 verschieden Arten.

Einige Pilze habe ich auch mit meinem neuen Bestimmungsbuch identifizieren können (den Fliegenpilz habe ich allerdings auch so erkannt). Einige Sorten sind essbar, aber ohne zweite Meinung wollten wir nichts riskieren, daher durften alle Pilze stehen bleiben. Interessant war auch, wie schnell sich u.a. der Fliegenpilz entwickelte: Einen Tag, bevor das unten zu sehende Foto gemacht wurde, war gerade eben zu erkennen, dass an der Stelle etwas aus dem Boden kommen würde.

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Die Brücke kommt

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Meerestulpen

Wir müssen über ein unangenehmes Thema reden.

Es geht um »Meerestulpen«. Zumindest im Schwedischen werden sie so genannt (havstulpan), was das ganze Thema irgendwie harmlos erscheinen lässt. Auf Deutsch heißen sie aber korrekt Seepocken. Bäh.

Ein Boot, welches über längere Zeit im Wasser liegt, wird früher oder später von Algen und Seepocken bewachsen. Das sieht nicht nur doof aus, sondern führt auch dazu, dass der Wasserwiderstand höher wird, das Boot somit langsamer wird und der Spritverbrauch steigt. Hier in der östlichen Ostsee ist das Problem nicht so stark ausgeprägt wie in der Nordsee oder gar im Mittelmeer. Dennoch muss ein Bootseigner regelmäßig etwas tun. Vielfach bedeutet dies, dass eine giftige Antifouling-Farbe aufgetragen wird. Die giftigsten Farben (mit Tributylzinn) wurden 2008 weltweit verboten, sodass heute kupferhaltige Farben eingesetzt werden, aber hier in Schweden (und einigen anderen Ländern) versucht man, auch vom Kupfer wegzukommen.

Statt Antifouling aufzutragen, haben wir uns entschlossen, den Rumpf regelmäßig mechanisch zu reinigen. Es gibt in Schweden mehr und mehr »Bootswaschstraßen«, die mit rotierenden Bürsten arbeiten. Da dies verhältnismäßig teuer ist (ca. 35 € für das 15-Minuten-Standardprogramm), machen wir dies nur für unser Segelboot. Für unser Motorboot, welches hier an der Insel liegt, habe ich dieses Jahr den Hochdruckreiniger geschwungen. Im Gegensatz zur Waschstraße muss das Boot dafür raus – zum Glück gibt es hier eine entsprechende Vorrichtung bestehend aus einem Paar Gleisen, einem darauf fahrenden Wagen und einem Elektromotor, der den Wagen zusammen mit dem Boot aus dem Wasser ziehen kann.

Das funktionierte auch alles ganz gut, abgesehen davon, dass uns der Wagen in ca. 1m Wassertiefe mit dem Boot drauf aus den Gleisen gesprungen ist. Da blieb mir nichts Anderes übrig, als hineinzuwaten und das Problem durch Körpereinsatz zu lösen. Aus irgendwelchen Gründen lag in unmittelbarer Nähe eine stabile Eisenstange, die sich perfekt als Hebel benutzen ließ. Das scheint also ein bekanntes Problem zu sein …

Der Mühe Lohn lässt sich in Zahlen ausdrücken: Die Höchstgeschwindigkeit stieg von 15 auf 20 Knoten (28 km/h auf 37 km/h)! Wobei man zugegebenermaßen den letzteren Wert nur bei glatter See, Rückenwind und ohne Beifahrer erreicht.

Die Seepocken setzen sich angeblich nur zu bestimmten Zeiten im Jahr fest – hoffentlich haben wir also bis zum nächsten Schub im nächsten Jahr Ruhe.

Iiihh, jede Menge Seepocken!

Marcel lässt Dampf ab … äh, das ist eigentlich ein Hochdruckreiniger

Kopfüber knieend, während das Wasser ins Gesicht spritzt – das ist Einsatz

Schön ist anders, aber wenigstens sind die Pocken weg

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Baby on Board

In den vergangenen Jahren haben wir immer wieder Eltern gesehen, die mit ihrem Säugling im Schärengarten segeln waren, dieses Jahr waren wir an der Reihe dieses Abenteuer zu wagen. (Und nein, wir hatten keinen Aufkleber dazu an unserem Heckspiegel :-))

In der Vorbereitung macht man sich wahrscheinlich den meisten Stress, dass auch ja genügend Windeln, Waschlappen, Lätzchen usw. mitkommen. Natürlich hatten wir auch eine Rettungsweste vorab besorgt und anprobiert. Unser knapp 7 kg leichter Junge wirkt darin zwar etwas verloren, aber sie soll ja auch noch bis 15 kg geeignet sein.

Unsere Hauptsorge widmete sich dem Tagesablauf – wie lange werden wir unterwegs sein und wo werden wir das Baby lassen, wenn wir zu zweit an Deck für Manöver sein müssen? Vorab gesagt: es gibt sich alles irgendwie, planen hilft da nicht besonders, man sollte nur schon mal ein paar der üblichsten Manöver einhand geübt haben.

Unser Junge ist gerade 6 Monate alt und krabbelt noch nicht, das erleichtert es unter Deck. Wir nehmen ihn im Autositz an Bord und haben so auch immer einen sicheren Platz für ihn dabei. Den benutzen wir letzlich nur am ersten Tag, dann fällt uns eine Sicherungsmöglichkeit mit Hilfe von Leinen und Kissen auf der Mitschiffskoje ein, so dass er während der Fahrt sicher liegen und sich bei Krängung hin- und herschaukeln lassen kann. Dort können wir ihn auch gut von Deck aus sehen, und mit ihm sprechen, wenn wir gerade beschäftigt sein sollten.

Landgang in einer recht einsamen Bucht. Trittsicherheit ist wie immer besonders wichtig. Daher ist unser Junge an Tagen mit nassen Felsen an Board geblieben.

Unsere Tagestouren dauerten etwa 3-5 Stunden. Im Unterschied zum Vorjahr haben wir uns bereits vor der Abfahrt unser Ziele ausgesucht und die Zeit dorthin mit Hilfe der Wettervorhersage abgeschätzt. Da wir nur einen kleinen Rundtörn machen wollten, gab es keine vorher festgelegten Etappenziele. Wir ließen uns also sprichwörtlich treiben und konnten mit Baby an Bord schöne Inseln entdecken. Dort machten wir kleine Familienausflüge mit unserem Baby im Carrier und sammelten Blaubeeren. Mit dem Wetter hatten wir dieses Jahr Glück, denn der Wind war stark genug, sodass das Segeln Spaß machte. Über die 10 Tage hatten wir nur einen Tag mit Regen.

Nach jedem Regen scheint auch mal wieder die Sonne – und manchmal geht das sehr schnell!

Unsere Babyfürsorge haben wir kaum den Umständen auf dem Segelboot anpassen müssen. Wir haben schnell die Tüte für benutzte Windeln in eine der hinteren Backskisten verbannt und während der Fahrten habe ich es, wenn es ging, vermieden Windeln zu wechseln. Ganz gut ging es mit Kurs am Wind auf der Leeseite zu stillen. Wahrscheinlich ist auch etwas Toleranz für das Schaukeln des Bootes nötig, um während der Fahrt beschwerdefrei unter Deck hantieren zu können. Aber da wir ja im Schärengarten blieben, hatten wir nur minimal mit Wellen zu tun.

Wer will wohl auf dieser Insel Ferien machen? Irgendwie hatten wir uns Saltkråkan anders vorgestellt …

Nachts haben wir es uns zunächst zu dritt in der Bugkoje gemütlich gemacht. Mit einem Kissen hat unser Baby eine Ecke für sich abgetrennt bekommen, aber er schaffte es trotzdem sich querzulegen und mich ab und zu zu wecken. So ist dann doch später einer (wer wohl …?) auf die Mittschiffskoje ausgezogen, so dass wir nachts auch ohne anzustoßen etwas besser schlafen konnten.

So soll es aussehen!

Letzlich waren die Tage an Bord für unseren Jungen nicht viel anders als zu Hause, außer dass wir Eltern etwas mehr Zeit zusammen mit ihm verbrachten. Für uns ist am Ende auch mehr Zeit zum Segeln zu zweit herausgekommen als zu Beginn gedacht, also für alle ein rundum gelungener Urlaub!

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Erste Ernte

Die ersten Sauerkirschen an unserem Familienbaum scheinen den Vögeln auch gut zu schmecken. Daher blieb dieses Jahr nur eine für uns zum probieren, aber die war sehr gut!

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